Die Feste

Osterfeuer
 
Das erste Fest, welches wir im Jahr feiern, ist das Osterfeuer. Es findet immer am Gründonnerstag statt. Es gibt etwas zu Essen und zu Trinken und Spiele für die Kinder. Sogar der Osterhase kommt jedes Jahr bei uns vorbei und verteilt Süßigkeiten an die Kinder. Für die gemütliche Stimmung sorgt das kuschelige Oster-Lagerfeuer! Diese Trdition wurde im Jahr 1985 wieder aufgegriffen, nachdem es jahrelang kein Osterfeuer gab.
Vogelschießen (damals und heute)
 
 
Das wichtigste Kinderfest in Willingrade ist das Vogelschießen. Zu seinem Zweck und wieder Aufleben hat sich der Arbeitskreis 1990 gegründet.
 
Früher wurde das Fest von der Schule organsiert. Da dieses Fest neben dem Erntedankfest nahezu das einzige Fest im Jahr war, freuten sich die Bewohner (und vor allem die Kinder) das ganze Jahr darauf. In den 30er und 40er Jahren des letzten Jahrhunderts gab es viele Unterschiede zum heutigen Vogelschießen. Der wohl deutlichste war, dass das Fest an nur einem einzigen Tag stattfand; vormittags waren die Spiele, nachmittags der Umzug. Die Spiele fanden auf der Hauskoppel des Dorfkruges (Dorfstraße 33) statt. Das Haus war früher einmal eine Gaststätte. Die Kinder hatten an diesem Tag schulfrei. Es gab nur Kleinigkeiten als Preise, mal ein Ball, mal ein Brettspiel. Der Umzug wurde zu Fuß bestritten, auch die Königspaare gingen zu Fuß. Die Mädchen hatten selbstgebundene Blumenkränze auf dem Kopf. Die Kinder gingen zu zweit unter großen Bögenkränzen, die reichlich geschmückte waren und welches jedes Kind an einem Ende festhielt. Außerdem hatten die kleinen Königspaare kleine selbstgebastelte Kronen auf dem Kopf, die Großen hatten Scherpen um. Alles wurde selbstgemacht, es gab nichts Gekauftes. Eine 3-4-Mann-Kapelle führte dem Umzug an. Diese Kapelle spielte auch am Nachmittag und abends. Nach dem Umzug fanden sich alle in dem Dorfkrug ein zum Kindertanz. In dem großen Saal standen nur Bänke, keine Tische. Es gab nur Brause zu kaufen. Natürlich wurde die Brause nicht nach dem Geschmack ausgesucht, sondern nach der eigenen Lieblingsfarbe.
 
Als 1948 der Lehrer Emrich den Lehrer Feddersen ablöste änderte sich das Vogelschießen. Zwar fand es immer noch an einem einzigen Tag statt, einem Samstag, jedoch wurde nun der Umzug nicht mehr zu Fuß bestritten, sondern auf reichlich verzierten Pferdekutschen, in denen alle mitfuhren. Neu war auch, dass der gesamte Umzug bei den Majestäten zu Hause anhielt. Hier spielte die Kapelle (die ebenfalls auf einer Kutsche saß) ein kleines Ständchen und es gab Bonbons für die Kinder. In den ersten Jahren gab es auch immer einen „kleinen Umtrunk“ für die Erwachsenen, aber nach den Jahren artete dies aus, sodass es einige Dorfbewohner kaum noch zur Feier in den Krug schafften und die Kapelle die Töne nicht mehr halten konnte. Da dies nicht Sinn der Sache war, stellte man den Umtrunk wieder ein. Im Krug gab es dann den Kindertanz. Nun gab es auch selbstgebackenen Kuchen und Kaffee zu kaufen (denn Tische gab es jetzt auch). Die Kinder durften sich bis ca. 21:00 Uhr austoben, dann wurden sie ins Bett geschickt und die Erwachsenen tanzten auf dem Ball. Nicht selten feierten die Gäste so lange, dass sie im Anschluss nur kurz nach Hause gingen, um sich umzuziehen und sogleich zum Melken in den Stall gingen. Keiner wollte, dass dieses im Jahr einmalige Fest schnell vorüber ging. Da nahm man auch den Schlafmangel in Kauf. Das Auflösen der Dorfschule bedeutete auch das Ende des Vogelschießens.
 
Nach wieder aufleben des Vogelschießens erstreckte sich das Fest über 3 Tage. Heute noch über 2 Tage. Anfangs gab es Sonntags noch das Frühshoppen, jedoch wurde dies aufgrund mangelnder Beteiligung eingestellt. An dem ersten Tag, einem Freitag, ermitteln die Kinder und Jugendlichen im Dorf, wer sich für ein Jahr König und Königin nennen darf. Es gibt immer noch jeweils zwei Könige und Königinnen (Vorschule und ab 5. Klasse). Die Kinder und Jugendlichen müssen sich in verschiedenen Disziplinen beweisen. Außerdem werden Spiele für die Kindergartenkinder angeboten. Abends dürfen sich dann noch die Erwachsenen an der Armbrust versuchen. Auch hier gewinnt der, bzw. die Beste. Früher gab es freitagabends immer noch eine Disco für die Jungendlichen, diese wurde aber aufgrund von einer immer weniger werdenden Besucherzahl ebenfalls eingestellt.
Am Samstag beginnt der Vogelschießen-Tag mit dem lautstarken Umzug durchs Dorf. Hier werden wir begleitet von einem Spielmannszug und einer Pferdekutsche, die die Majestäten durchs Dorf kutschiert. Alle anderen gehen zu Fuß. Vorbei an hoffentlich reich verzierten Vorgärten erreichen wir letztendlich die festlich geschmückte Scheune/ das Festzelt. Hier findet das bei allen Kindern beliebte Kindertanzen statt (welches nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Jugendlichen sehr beliebt ist). Hier können sich die Kinder bei Tanzspielen kleine Preise verdienen. Außerdem treten die Kindertanzgruppen des Dorfes auf. Am frühen Abend werden dann die heißersehnten Preise für die Spiele am Vortag verliehen. Der Tag endet mit der gemütlichen, stimmungsvollen und lustigen Scheunenfete. Früher aufgepeppt durch eine amüsante Showeinlage und immer begleitet von mitreißender Musik.
(Infos von Lise-Lotte Stricker)

 

Oktoberfest
 
Relativ neu in Willingrade ist das Oktoberfest. Es wurde 2010 das erste Mal gefeiert und erfreut sich von Jahr zu Jahr einer wachsenden Besucherzahl.
Das Fest beginnt bereits am Nachmittag mit der Bayern-Olympiade. Hier müssen sich die Männer und Frauen, sowie die Mädchen und Jungen, in verschiedenen Disziplinen beweisen. Ein Hau-den-Lukas darf hier natürlich nicht fehlen. Zu Essen gibt es deftiges vom Spieß, wie Hendl und Hax´n.
Abends dürfen dann die Lederhosen und Dirndl´s herausgekramt werden, es ist Oktoberfest-Zeit! Zu zünftiger Musik und mit standesgemäßen Maß-Bier ist die Stimmung ausgelassen. Die Tanzfläche bricht nicht selten aus allen Nähten. Auch hier haben die DJs wieder das Sagen.